Ju-Jutsu - moderne Selbstverteidigung und Wettkampfsport

Was ist Ju-Jutsu?

Ju-Jutsu ist eine moderne Selbstverteidigungs- und Wettkampfsportart, die ihren Ursprung im traditionellen japanischen Jiu-Jitsu hat. Übersetzt bedeutet Ju-Jutsu “Sanfte Kunst”, was das Wirkungsprinzip dieser Selbstverteidigungsform, nämlich das Ausnutzen der Kraft des Angreifers, beschreibt. Dabei ist Ju-Jutsu als Selbstverteidigung extrem kompromisslos und effektiv, da nur wirkungsvolle Techniken und keine Akrobatik vermittelt werden. Für Wettkampfinteressierte bietet das Ju-Jutsu aber auch drei Disziplinen, in denen man sich sportlich mit anderen Athleten messen kann:

Könnte das ein Sotomakikomi sein?Ju-Jutsu legt als moderne Selbstverteidigung und Wettkampfsportart besonderen Wert auf Anti-Gewalt- und Anti-Aggressionstraining, bei dem den Übenden die Fähigkeit zu Gewalt- und Aggressionsprävention im frühesten Stadium vermittelt werden soll. Speziell Jugendliche und Frauen finden im modernen Ju-Jutsu eine ideale Möglichkeit sich auf höchstem Niveau sportlich zu betätigen, die eigenen Stärken kennen zu lernen und Konflikte gewaltfrei zu lösen. Hinzu kommt die positiv charakterbildende Komponente dieser Sportart, die durch ihren asiatischen Hintergrund gerade Kindern und Jugendlichen Werte wie Freundschaft, Fairness, Durchhaltewillen, Selbstdisziplin und Bescheidenheit in der Phase des Erwachsenwerdens vermittelt und sie so zu starken, selbstbewußten Persönlichkeiten macht. In sportlichen Wettkämpfen mit anderen Kindern und Jugendlichen lernen gerade junge Ju-Jutsuka, sich Schwächen einzugestehen und aus Niederlagen neue Motivation zu schöpfen sowie umgekehrt nach Erfolgen bescheiden zu bleiben und sich neue Ziele zu suchen und konsequent zu erreichen.
Dabei spricht eine Mitgliederzahl von etwa 55.000 Aktiven auf Ebene des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes wohl für sich und zeigt wie beliebt diese vergleichsweise unpopuläre Sportart doch ist.

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Wettkampfsysteme

Fighting

Traditionelles Einzelwettkampfsystem,welches stark an Karate und Judo orientiert ist und im Leichtkontakt ausgekämpft wird. Die Kampfzeit beträgt 2x2 Minuten mit einer Minute Pause, der Sieg ist durch technisches k.o. oder Punktvorsprung am Ende der Kampfzeit zu erlangen.

Duo

Demonstrationswettkampf, bei dem immer zwei Paare gegen-einander antreten. Es gibt 20 durch das Regelwerk festgelegte Angriffe, deren Verteidigung durch das Team frei gewählt werden kann.In einem Wettkampf werden davon 12 Techniken nach dem Zufallsprinzip vom Hauptkampfrichter abgefragt und von einer Jury mit 0 bis 10 Punkten auf Schnelligkeit, Ausdruck, Effektivität und Sauberkeit bewertet. Den Sieg erlangt das Team mit der höheren Bewertungssumme am Ende des Vergleichs.

Formenwettkampf

Im Formenwettkampf zeigen die Sportlerinnen und Sportler selbst gestaltete Ju-Jutsu Shows, die möglichst publikumswirksam sein sollen. Dabei kommen Musik, Kostüme und Spezialeffekte zur Anwendung.

Regelwerke

Die jeweils aktuelle Fassung der Regelwerke findet sich online beim DJJV unter http://www.ju-jutsu.de/der-djjv/ordnungen-und-regeln/wettkampfwesen.html

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Ju-Jutsu in Berlin

Berlin ist seit der Entwicklung des modernen Ju-Jutsu durch Polizei und Selbstverteidigungsspezialisten im Jahr 1969 eine Hochburg dieses Sportes. Der Berliner Verband stellte mehrfach Deutsche Meister, Europa- und sogar Weltmeister im Fighting und Duo. Damit zählt Berlin zu den erfolgreichsten Landesverbänden im Deutschen Ju-Jutsu Verband. Nach dem Weltmeister im Fighting von 1998 Joachim Göhrmann, gelang es Berlin 2002 sogar drei Athleten mit der Deutschen Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Uruguay zu entsenden. Alle drei kamen erfolgreich wieder: Das Damen-Duo Nadin Altmüller und Stephanie Satory holte den Vizeweltmeister-Titel und in der Gewichtsklasse bis 94 kg der Herren im Fighting konnte Uwe Steinmetz die Bronzemedaille erkämpfen. 2003 gelang es Stephanie und Nadin dann sogar die Europameisterschaft zu gewinnen und im darauf folgenden Jahr wurde Uwe Weltmeister in seiner Gewichtsklasse. Der Erfolg spricht also in jedem Fall für Berlin und die Qualität des Ju-Jutsus, welches man hier betreibt.
Das besondere Highlight in der Geschichte des Berliner Ju-Jutsu Verbandes war wohl ohne Zweifel die von ihm exzellent ausgerichtete Weltmeisterschaft 1998 im Horst-Korber-Sportzentrum nahe des Olympiastadiums in Berlin. An dieser grandiosen Veranstaltung nahmen Athleten und Zuschauer aus vielen Ländern der Welt teil, was die Globalität dieser modernen Zweikampfsportart demonstriert.
Aber auch in diversen Anti-Gewalt-Projekten an Berliner Schulen haben sich das
Ju-Jutsu und der Berliner Verband bereits einen Namen gemacht und jungen Menschen aggressionslose Wege und Lösungen für Konflikte aufgezeigt und so Selbstvertrauen verschafft.

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Geschichte


Ju-Jutsu - Die moderne Selbstverteidigung

Folgt man den Veröffentlichungen in verschiedenen Büchern, so ist Ju-Jutsu eine sehr alte Sportart, die sich bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen läßt. So kann Ju-Jutsu auch als direkter Vorgänger des Judo angesehen werden. Jigoro Kano, der als Begründer der Sportart Judo anzusehen ist, erlernte erst Jiu-Jitsu, bis er 1882 unter Verzicht auf gefährliche Grifftechniken, seinem Selbstverteidigungssport den Namen Judo gab.

In Deutschland wurde 1906 die erste Jiu-Jitsu Schule unter Erich Rahn in Berlin eröffnet. Bereits 1910 wurde diese Selbstverteidigung mit viel Erfolg in der Kriminal-Abteilung des Königlichen Polizeipräsidiums vorgeführt und fand Einzug in die polizeiliche Ausbildung. 1922 wird durch Rahn der „Zentralverband der Deutschen Jiu-Jitsu Kämpfer“ gegründet.

8 Jahre später (1930) wird durch Alfred Rhode die Sportart Judo etabliert. Judo wurde olympische Disziplin und um Jiu-Jitsu wurde es still.

In der Folgezeit führte Jiu-Jitsu ein Schattendasein. Die Sportarten Judo und Karate erhielten enormen Zustrom. Es zeigte sich aber auch, daß jede Sportart (Judo oder Karate) für sich gesehen sehr gut war, aber auch die Unterschiede waren merkbar. Wettkämpfer aus beiden Sparten hatten keine Möglichkeit zu einem direkten Vergleich. Zu unterschiedlich waren ihre sportliche Aktivitäten.

1968 erging an Franz Josef Gresch und Werner Heim, beide im Deutschen Dan Kollegium angesiedelt, der Auftrag, ein einheitliches und zweckgebundenes Selbstverteidigungssystem zu entwickeln. Aus den Sportarten Judo, Karate, Jiu-Jitsu und Aikido wurden verschiedene Komponenten zusammengetragen und ein System entwickelt, daß unter dem Namen Ju-Jutsu 1969 eingeführt wurde. Bereits 1970 wurde Ju-Jutsu in die Lehrstoffpläne verschiedener Polizeien der Bundesländer aufgenommen.

In den folgenden Jahren wurde Ju-Jutsu nicht als Wettkampfsportart angewandt sondern man beschränkte sich vielmehr auf das Erlernen von Techniken. In der gleichen Zeit wurden in den SV-Sportarten Judo und Karate Meisterschaften ausgetragen, die sich mit dem bloßen Erlernen von Techniken nicht vergleichen ließen.

In der Mitte der 70 er Jahren begann man bei der Berliner Polizei mit der Suche nach einer Art der Selbstverteidigung, die sich nicht nur auf das Üben von Techniken erstreckte sondern auch auf eine sinnvolle Anwendung zur Verteidigung im Zweikampf.

Maßgebliche Impulse zu dieser Entwicklung in Berlin steuerten die Sportkameraden Dieter Rast, Klaus Scheel, Michel Sadzik und Detlev Krause bei. Für den finanziellen Bereich haben wir einen guten Partner im Sportkameraden Hans-Artur Waldow, der sich zu Beginn als Schatzmeister in der Sektion und nach Gründung des Verbandes als Vizepräsident Finanzen stark für unsere Belange einsetzte.

Der Wettkampf ging als Idee von Berlin aus zuerst in die Bundesländer und zeigte dann auch Erfolge bei den Sportlern im benachbarten Ausland.

In dieser Zeit war Ju-Jutsu noch als Sektion beim Deutschen Judo Bund angesiedelt. Dieser gab dann 1987 sein OK für die Austragung der ersten Deutschen Einzelmeisterschaft der Senioren im Ju-Jutsu Kampf. Aufgrund der Vorreiterrolle wurde diese Austragung nach Berlin vergeben.

1990 trat die Sektion Ju-Jutsu im DJB aus dem DJB aus und verselbständigte sich als eigener Verband unter der Bezeichnung Deutscher Ju-Jutsu Verband e.V.. Am 5.12.91 erteilte die Mitgliederversammlung der Sektion Ju-Jutsu im Judo-Verband Berlin dem Vorstand den Auftrag, ebenfalls einen eigenen Verband zu gründen. Nach Erledigung der notwendigen Formalitäten nahm uns der Landessportbund Berlin im August 1993 unter der Bezeichnung „Berliner Ju-Jutsu Verband e.V.“ auf.

Dieser Schritt hat sich als richtig dargestellt. Die Mitgliederzahlen in Berlin stiegen von ca. 350 auf über 1400 in der heutigen Zeit, wobei ein Aufwärtstrend weiter zu verzeichnen ist. Der DJJV als unser Dachverband hat derzeit über 40.000 Mitglieder. Der stärkste Verband kommt aus Bayern. So ist es auch nicht verwunderlich, daß bei Meisterschaften das bayerische Team immer die Nase vorn hat.

Aber auch die Berliner Sportler brauchen sich nicht zu verstecken. Angeleitet durch den Wettkampfreferenten Matthias Koch und dem Kadertrainer Joachim Göhrmann, für den Bereich der Senioren sowie dem Jugendreferenten Stefan Frommann ist es dem Berliner Verband gelungen, einen guten Kader aufzubauen. So konnten aus Berlin an der ersten WM im November 1994 in Bologna (Italien) vier Berliner (Birga Hammer, Joachim Göhrmann, Stefan Frommann und Anne-Carolin Ulrich) mit der Bundesauswahl erfolgreich einen 3. Platz in der Mannschaft belegen.

Joachim Göhrmann wurde 1996 Deutscher Meister und belegte als bester Deutscher männlicher Teilnehmer bei der Weltmeisterschaft 1996 in Paris den zweiten Platz.

1997 wurde Joachim Göhrmann Europameister und setzte seine Erfolge im Jahr 1998 bei verschiedenen Veranstaltungen fort.

Neben dem normalen Techniktraining gibt es verschiedene Möglichkeiten an Meisterschaften teilzunehmen. Neben dem Ju-Jutsu Wettkampf haben die Sportler auch die Möglichkeit sich an Meisterschaften für den Formenwettkampf, dem Duo-Wettbewerbssystem oder dem Internationalen Wettkampf der Internationalen Ju-Jitsu Föderation zu beteiligen.

Mit großer Freude hat der Berliner Ju-Jutsu Verband e.V. die Übertragung der Ausrichtung zur 3. Weltmeisterschaft im Ju-Jutsu aufgenommen. Zu dieser Veranstaltung begrüßen wir Sie als Teilnehmer, Zuschauer und Gäste auf das herzlichste und wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt, spannende Wettkämpfe und gute Unterhaltung in der Sporthalle des Horst-Korber-Sportzen-trums.

Den Sportlern wünsche ich als Präsident des Berliner Ju-Jutsu Verbandes e.V. das nötige Quentchen Glück, um diese Veranstaltung erfolgreich, vielleicht auch auf dem Treppchen stehend, abzuschließen.

Detlev Krause

Präsident des Berliner Ju-Jutsu Verbandes

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